Die Wälder unseres Amtsbereiches
Unser Wald

Wald im Spessart


Der Zuständigkeitsbereich des AELF Karlstadt umfasst eine Waldfläche von 155.000 Hektar. Zum Vergleich: das Saarland verfügt über lediglich 90.000 Hektar Wald. Mit einem Waldanteil von rund 56 Prozent ist unser Amtsbereich eine der am dichtesten bewaldeten Regionen in Bayern.

Unterschiedliche Formen der Waldnutzung in den letzten Jahrhunderten und eine breitgefächerte Standortpalette prägen die heutige Waldzusammensetzung.

Der Bayerische Odenwald im Süden des Amtsbereiches

Nur ein kleiner Teil des Odenwaldes liegt in Bayern. Der Fränkische Odenwald gehört zum Amtsbereich des AELF Karlstadt und liegt im Zuständigkeitsbereich der Außenstelle Miltenberg. Wie Spessart und Vorrhön auch, gehört das Odenwaldgebiet zu der nordwestbayerischen Buntsandsteinlandschaft. Das Klima des Fränkischen Odenwaldes ist gemäßigt ozeanisch und für eine Mittelgebirgslandschaft vergleichsweise mild. Der zum Teil hohe Nadelholzanteil mit Fichte und Kiefer ist nutzungsbedingt und Folge früherer Eingriffe. Ursprünglich wurde das Gebiet von der Buche dominiert, die auf den mittel- bis tiefgründigen Böden gute Wuchsleistung und Schaftformen erreicht. Der Nibelungensteig führt im Bereich Miltenberg durch die ausgedehnten Hainsimsen Buchenwälder des Fränkischen Odenwaldes.

Die Untermainebene im Nordwesten des Amtsbereiches

Die Untermainebene ist das wärmste Wuchsgebiet Bayerns. Von Natur aus wäre sie von Buchenwäldern und örtlich auch von Eichen-Hainbuchenwäldern bedeckt. Nach langanhaltender Übernutzung dieser Wälder in der Vergangenheit wurden weite Bereiche mit Kiefer wiederaufgeforstet. Diese Aufforstungen dominieren heute noch das Waldbild. Mit forstlicher Unterstützung jedoch erobert die Buche ihr Terrain nach und nach zurück.

Die Vorrhön im Nordosten des Amtsbereiches

Östlich der Sinn und entlang der Saale erstreckt sich im Amtsbereich des AELF Karlstadt das Wuchsgebiet Vorrhön. Wie Spessart und Odenwald auch, ist die Vorrhön von ausgedehnten Buchenwäldern geprägt, denen nutzungsbedingt Fichte, Kiefer und Eiche beigemischt sind. Im Bereich der Sinn finden sich in Wiesen - und Waldlandschaft Vorkommen der seltenen Schachblume.
Die Landschaft im Bereich der Fränkischen Saale, dem zweitgrößten Fluß Unterfrankens, ist hügelig und überwiegend bewaldet.

Der Spessart im Westen des Amtsbereiches

Hinsichtlich seiner Baumartenzusammensetzung ist der Spessart zweigeteilt.
Im Südspessart, dem ehemaligen Jagdgebiet der Kurfürsten von Mainz, wurde das Laubholz als Nahrungsgrundlage für das Wild über Jahrhunderte bewusst erhalten und gepflegt. Bekannt ist dieses Waldgebiet nicht nur für seine endlosen Buchenwälder, sondern auch für seine mächtigen mehrere Hundert Jahre alten Eichen.
Im Nordspessart dagegen, wurde der ursprüngliche Laubwald in historischer Zeit im Zuge der Glasherstellung devastiert. Der Name „Glashütten- Spessart“ rührt daher. Großflächige Wiederaufforstungen mit Nadelholz prägen dort heute das Landschaftsbild.

Die Fränkische Platte im Süden des Amtsbereiches

Die warm trockene Fränkische Platte bietet die ganze Vielfalt der Laubbaumarten. Charakteristisch sind Buchen- und Eichenwälder mit Hainbuche. Beigemischt sind weniger häufige oder sogar seltene Laubhölzer wie Elsbeere, Kirsche, Speierling, Feldahorn und Mehlbeere. Ehemalige ertragsschwache Hutweideflächen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kiefer oder Schwarzkiefer wiederaufgeforstet.

Meldungen

Girls’ Day im Wald
Schülerinnen entdeckten den Beruf der Försterin

Eine Kindergruppe mit Schutzkleidung im Wald.

© Lina Fischer

In diesem Jahr beteiligte sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am bundesweiten Girls'Day mit drei eigenen Angeboten zum Beruf der Försterin. Ein Beruf, der noch immer eine Männerdomäne ist, aber - das zeigten die Försterinnen den Schülerinnen - keine bleiben muss.  Mehr

Mit kleinen Gewässern große Wirkung
Amphibienschutz zeigt deutliche Erfolge

Zwei Personen stehen an einem Tümpel im Wald.

© F. Beck

Viele der in Bayern heimischen Amphibienarten gelten als bedroht, da immer mehr Feuchtgebiete verloren gehen. Revierleiter Gregor Wobschall hat daher in den letzten Jahren im Kommunalwald Kreuzwertheim viele Tümpel angelegt. Aktuelle Bestandserhebungen zeigen, dass die neuen Lebensräume gut angenommen werden.  Mehr

Bildungszentrum Wald und Gesellschaft
Neun Gemeinden haben sich als Standort beworben

Karte vom Landkreis Aschaffenburg mit Kennzeichnung der Gemeinden, die sich für das Bildungszentrum beworben haben (Genaue Beschreibung in Bildunterschrift).

© Bayerische Vermessungsverwaltung

Im Juli dieses Jahres gab Forstministerin Michaela Kaniber in Lohr den offiziellen Startschuss für zwei Bildungsprojekte rund um den Wald. So soll im Landkreis Aschaffenburg die Bildungseinrichtung „Wald und Gesellschaft“ entstehen. Neun Kommunen haben sich als Standort beworben. Im Umfeld des ehemaligen Ausflugslokals Bischborner Hof soll ein Lehrpfad entstehen. Auch hier ist die Planung vorangeschritten.   Mehr

Waldschutz
Kranke Bäume verursachen große Holzeinschläge in der Region

Lärchen mit Schädigung durch Lärchen-Borkenkäfer (Ips cembrae)

Baumfällungen stoßen oft auf Unverständnis. Doch wenn Bäume vom Borkenkäfer befallen werden, ist schnelles Handeln erforderlich. Die betroffene Bäume müssen möglichst umgehend aus dem Waldgebiet entfernt werden, denn die Schädlinge vermehren sich rasant.   Mehr

Unser Wald
Waldpädagogik

Kletternde Kinder

Vom Wurzelwerk bis hin die Baumkronen gibt es im Wald viel zu entdecken – und zu verstehen. Kinder und Erwachsene sind eingeladen mit fachlicher Unterstützung durch unser Amt den Wald besser kennenzulernen und spannende Entdeckungen zu machen.   Mehr

Walderlebnispfade und Waldlehrpfade

Walderlebnispfad Hutmannswald

Walderlebnispfad Hutmannswald

Der Walderlebnispfad Hutmannswald ist eine abwechslungsreiche Familienwanderung. Der Pfad bietet viele Mitmachstationen und nebenbei lernen Sie dreizehn verschiedene Baumarten kennen. Das Wegsymbol mit der Eule „Sperli“ weist Ihnen den Weg.  Mehr

Walderlebnispfad Gemünden

Walderlebnispfad Gemünden

Auf dem Walderlebnispfad Gemünden erfahren Besucher durch zahlreiche Info-Tafeln viel Wissenswertes über den Wald und seine Bewirtschaftung. Folgen Sie Borke, dem Waldkobold, auf einer Entdeckertour durch den Gemündener Stadtwald.  Mehr

Waldlehrpfad Bürgstadt

Waldlehrpfad Bürgstadt

Kinderwagentauglicher Familienspaziergang mit Wissen, Spiel und Picknick. Unterhalb der Centgrafenkapelle verläuft der Waldlehrpfad des Marktes Bürgstadt. Perfekt beschildert, mit schönen Ausblicken über die Weinhänge und der Picknickplatz mit dem kleinen Spielplatz ist eine wahre Freude.  Mehr

Schwerpunkte

Lebensraum Wald

Hirsch

Das größte heimische Säugetier in unseren Wäldern ist der Rothirsch. Über 120 Kilogramm kann ein ausgewachsener Rothirsch wiegen. Das kleinste Säugetier, die Zwergspitzmaus, ist nur wenige Gramm schwer und nur wenige Zentimeter klein. Das kleinste fliegende Säugetier, die Zwerg-Fledermaus, passt in eine Streichholzschachtel. 

Tiere und Pflanzen im Wald

Pilze am Weg

Zahlreiche Arten leben im Wald. An alte Eichen und Eichentotholz leben über 500 verschiedenen Käferarten, davon 400 Schmetterlingsarten. Seltene Moose, Pilze und Orchideenarten wachsen häufig unentdeckt, unbeachtet und ungestört in den Waldgebieten der Fränkischer Platte, des Spessart und der Untermainebene.  

Mehr zu Tieren und Pflanzen im Wald

Aber auch in bewirtschafteten Wäldern finden sich seltene Flechtenarten wie die Bartflechte.
Während störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten vermehrt in ungenutzten Wäldern vorkommen, findet man andere in lichten Waldstrukturen und intensiv genutzten Wäldern.
Einige Arten bevorzugen junge Waldbestände und Sukzessionsflächen während die Larven des seltenen Eremitkäfers nur im Mulm alter, aufrecht stehender Laubhölzer anzutreffen sind.  

Hirschkäfer

Gerade die Vielfalt der Standorte und die Verschiedenheit der Wälder kennzeichnen den Wald im Amtsbereich. Auf diese Weise bieten sie vielen Tieren und Pflanzen ideale Lebensbedingungen.
 

Der Wald und seine Funktionen

Waldfoto

Rund ein Drittel der Landesfläche Bayerns ist bewaldet. Während in Unterfranken Laub- und Mischwälder mit Buche, Eiche, Fichte und Kiefer das Landschaftsbild prägen, sind es in den Bayerischen Alpen Bergmischwälder mit Fichte, Tanne, Buche und Lärche. Bayernweit finden sich unterschiedlichste Standorte und ein breites Baumartenspektrum.   Mehr

Waldzustand und Kronenzustand - Staatsministerium Externer Link

Natura 2000

Hirschkäfer Vorn

Im Amtsbereich des AELF Karlstadt befinden sich 29 Flora-Fauna-Habitat- (FFH) und drei Vogelschutzgebiete (SPA). Der größte Anteil der Schutzgebiete befindet sich in den Waldgebieten des Spessart. Die ausgewiesenen Flächen befinden sich zumeist im Staatswald.  Mehr