Januar 2020
Sperrfrist: Düngetermine richtig wählen

Winterlandschaft

Das neue Jahr hat angefangen. Zur Zeit laufen noch Sperrfristen, welche für Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (> 1,5 % Ngesamt in der Trockenmasse) gelten. Bedenken Sie, durch die Verschiebung der Sperrfrist ergeben sich Änderungen bezüglich des erstmöglichen Düngetermins.

So ist für Ackerland ohne mehrjährigen Feldfutterbau eine erste Düngegabe nach dem 31. 2020 Januar möglich. Im Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau endet die Sperrfrist auf Grund der Verschiebung erst zum Ablauf des 14. Februars 2020. Abweichend davon lief das Ausbringverbot für Kompost sowie Festmist von Huf- und Klauentieren noch bis einschließlich dem 15. Januar 2020.
Berücksichtigen Sie:
Trotz des Ende einer Sperrfrist ist eine Düngung nicht zwangsläufig fachlich nötig. Da die Düngung der Ernährung der Pflanze dient, ist diese an dem Vegetationsbeginn anzupassen. Zudem muss der Boden aufnahmefähig sein. Dies bedeutet nicht überschwemmt, wassergesättigt oder schneebedeckt. Ist der Boden gefroren darf nur dann max. 60 kg N/ha aufgebracht werden, wenn folgende Punkte erfüllt sind:
  • Der Boden am Tag der Aufbringung durch Auftauen aufnahmefähig wird und
  • der Boden eine Pflanzendecke trägt und
  • kein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder benachbarte Flächen zu befürchten ist und
  • andernfalls Bodenverdichtungen bzw. Strukturschäden entstehen würden.
Vorsicht ist bei Böden geboten, welche z. B. unmittelbar nach Niederschlägen gefrieren und dadurch nach dem Auftauen wassergesättigt sind. Diese Böden sind nicht aufnahmefähig und somit darf auch nicht gedüngt werden.
Die Bedingung des Auftauens gilt für Festmist von Huf- und Klauentieren nicht.
Die weiteren Vorgaben der Düngeverordnung zu Einarbeitungspflichten, Gewässerabständen u.ä. gelten uneingeschränkt. Denken Sie zudem daran, vor der ersten Düngegabe die Düngeplanung mit der Düngebedarfsermittlung zu erstellen.

Informationen und EDV- Programme zum Thema Düngung finden Sie auch unter www.lfl.bayern.de/duengung Externer Link

Nmin-Probenziehung
Neben der verschobenen Sperrfrist gab es auch Änderungen bezüglich der Nmin-Bodenproben. Seit 1. November dürfen die DSN-Bodenproben gezogen werden. Auf Basis dessen, können die Nmin-Werte in einem bestimmten zeitlichen Rahmen auf ein Wunschdatum simuliert werden. Der Zeitraum, in dem eine Simulation auf Grundlage der Bodenziehung erfolgen kann, ist abhängig von der jeweiligen Kultur. Der gewählte Termin für die Simulation sollte dabei möglichst nahe an der 1. Düngegabe liegen. Ist der Wunschtermin außerhalb des möglichen Zeitrahmens, darf das Ziehen der Probe erst im Frühjahr stattfinden (Abb. 1). Bedenken Sie: Es müssen mindestens sechs Wochen nach der letzten Bodenbearbeitung bzw. Düngung vergangen sein, bevor eine Nmin-Bodenprobe genommen werden kann. Außerdem muss die Probenahme vor der ersten Bodenbearbeitung und Düngung erfolgen.

Ansprechpartner

Nicolai Spatz
AELF Karlstadt
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