Düngung und gesetzliche Grundlagen

Düngung

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Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Nachfolgend sind hierzu die wichtigsten Vorgaben im Verlauf der Düngesaison aufgeführt. Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Düngung nach der Ernte

Acker

Die aktuelle Regelung für Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (> 1,5 % Ngesamt in der Trockenmasse) sieht auf Ackerland ein Ende der Düngung mit der Ernte der Hauptfrucht vor. Die Hauptfrucht entspricht hierbei jener Kultur, welche im Mehrfachantrag steht. Bei mehrschnittigem Feldfutterbau stellt der letzte Schnitt die Ernte dar. Erst nach dem 31. Januar des darauffolgenden Jahres endet die sogenannte Sperrfrist. Doch darf ich als Landwirt in dieser Zeit wirklich gar nichts mehr düngen? Ganz so ist es nicht!

Das sind die möglichen Ausnahmen:

  • Wird vor dem 1. August eine 2. Hauptfrucht angebaut, ist eine Düngung bis zum 1. Oktober erlaubt. D. h. der 30. September ist der letzte Tag, an dem eine Düngegabe erfolgen darf.
  • Gleiches gilt für Zwischenfrüchte, Winterraps oder Feldfutter mit Aussaat bis einschließlich dem 15. September und Wintergerste nach Getreidevorfrucht mit Aussaat vor dem 01. Oktober. Die Zwischenfrucht muss mind. 6 Wochen stehen und eine org. Düngung ist im Optimalfall vor der Saat auszubringen und einzuarbeiten. Es ist eine Düngung bis maximal 60 kg Gesamtstickstoff (Ngesamt) bzw. 30 kg Ammoniumstickstoff (NH4-N) gestattet. Je nachdem was zuerst eintrifft. Das bedeutet konkret z. B. bei Ø 4,1 Ngesamt und Ø 2,5 NH4-N der Mastschweinegülle 12 m³/ha statt 14,6 m³/ha ausgebracht werden dürfen, da die Grenze für NH4-N zuerst erreicht ist.

Bedenken Sie:

  • Wird die Zwischenfrucht als Untersaat in der Hauptfrucht verwendet, gilt die Ernte der Deckfrucht als Aussaattermin der Zwischenfrucht.
  • Zwischenfrüchte mit einem Samenanteil pro m² von über 75 % Leguminosen haben keinen Düngebedarf.
  • Ausfallraps zählt nur als Zwischenfrucht, wenn sich ein entsprechender Bestand entwickelt. Ausfallgetreide ist keine Zwischenfrucht.
  • Eine Herbstdüngung darf nur zu einer Kultur pro Jahr und Ackerschlag erfolgen.
  • Für die Zweitfrucht ist eine Düngebedarfsermittlung nötig. Beachten Sie zudem die Regelungen der ordnungsgemäßen Einarbeitung.

Grünland

Für Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutter ist die Sperrfrist aktuell vom einschließlich 1. November bis zum Ablauf des 31. Januars.

Bedenken Sie dabei:

  • Mehrjähriges Feldfutter muss vor dem 15. Mai ausgesät werden und mind. zwei Jahre stehen, d. h. mind. zwei Jahre im Mehrfachantrag angegeben sein.
  • Die Düngegabe nach dem letzten Schnitt darf 60 kg Gesamtstickstoff bzw. 30 kg Ammoniumstickstoff nicht übersteigen.
Abweichend von den oben genannten Sperrfristregelungen für Acker- und Grünland gilt ein Ausbringverbot für Kompost sowie Festmist von Huf- und Klauentieren in der Zeit vom einschließlich 15. Dezember bis inklusive dem 15. Januar. Die maximal erlaubte Düngemenge wird durch den Düngebedarf der Folgefrucht im nächsten Jahr und den Spielräumen im Nährstoffvergleich sowie der 170 kg-Grenze bestimmt.

Vor der Düngung

Bereits vor der Düngung und zur Planung am Jahresanfang sind zu beachten:

Kalkulation organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha)

Mit organischen und organisch-mineralischen Düngern darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebs nur so viel Stickstoff (N) ausgebracht werden, dass 170 kg N/ha und Jahr nicht überschritten werden.

Berechnung organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha) - LfL Externer Link

Berechnung des Lagerraumes für Gülle, Jauche und Stallmist

Die im Betrieb anfallenden Wirtschaftsdünger müssen über bestimmte Zeiträume gelagert werden können. Für eine ordnungsgemäße Lagerung sind entsprechend große Kapazitäten nachzuweisen.

Lagerraumberechnung für Wirtschaftsdünger - LfL Externer Link

Aufzeichnungs- und Meldeplicht bei Auf- oder Abgabe von Wirtschaftsdüngern

Beim Abgeben, Befördern und/oder Aufnehmen von mehr als 200 Tonnen organischem Dünger pro Jahr sind die Vorgaben der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) zu beachten.

Vorgaben der Verbringungsverordnung - LfL Externer Link

Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat

Der Düngebedarf der Kulturen an Stickstoff oder Phosphat ist für alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten schriftlich zu ermitteln. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Programme zur Düngebedarfsermittlung - LfL Externer Link

Materialproben für Laboruntersuchungen

DüV und Stoffstrombilanzverordnung geben verschiedene Kennzahlen und Basisdaten für die Berechnungen vor. Es können und teilweise müssen (Rote Gebiete) aber auch eigene Untersuchungen von Materialproben durchgeführt werden.

Anleitung zum Ziehen von Materialproben - LfL Externer Link

Bei der Düngung

Bei der Düngung sind die Regelungen zur Ausbringung zu beachten:

  • Eine Ausbringung auf überschwemmtem, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten.
  • Vorgaben zur Gerätetechnik
  • Regelungen zur Einarbeitung von Düngemitteln
  • Abstände zu Oberflächengewässern
  • Sperrfristen

Nach der Düngung

Am Ende des Düngejahres müssen die Nährstoffflüsse bilanziert werden.

Dabei ist zu beachten:

  • Der gesamtbetriebliche Nährstoffvergleich nach Düngeverordnung ist bis 31.03. des darauf folgenden Jahres zu erstellen. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Bestimmte Betriebe müssen zusätzlich eine Stoffstrombilanz rechnen.

Ausführungsverordnung Düngeverordnung - rote und grüne Gebiete

Die neue Düngeverordnung verpflichtet die Bundesländer, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "rote Gebiete") per Landesverordnung mindestens drei zusätzliche Auflagen bei der Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte "grüne Gebiete") können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV) nach. Sie trat am 01.12.2018 in Kraft. Aufgrund der unterschiedlichen individuellen Betroffenheit erhalten Landwirte im iBALIS ausführliche betriebsbezogene Informationen. 

Ausführungsverordnung DüV – rote Gebiete, grüne Gebiete - LfL

Kontakt

Ansprechpartner

Thomas Holschuh
AELF Karlstadt
Ringstraße 51
97753 Karlstadt
Telefon: 09353 7908-1051
Fax: +49 9353 7908 1090
E-Mail: poststelle@aelf-ka.bayern.de
Mehr zum Thema
Weitergehende und aktuelle Informationen zur Düngung bieten die Internetseiten der LfL.