Neue Düngeverordnung

Düngung

© mirpic - fotolia.com

Die neue bundesweit geltende Düngeverordnung ist am 2. Juni 2017 in Kraft getreten. Mit dem Ziel, das Risiko von Gewässer- und Luftverunreinigungen zu reduzieren, wurde der rechtliche Rahmen für die gute fachliche Praxis beim Düngen darin neu festgelegt. Die neuen Regelungen haben direkten Einfluss auf die Düngepraxis in der Landwirtschaft.

Verschiebung der Sperrfrist in Unterfranken

Die Sperrfrist für Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis spätestens 15. Mai 2017) wird für den Regierungsbezirk Unterfranken auf den Zeitraum 15. November 2017 bis einschließlich 14. Februar 2018 verschoben.
Diese Verschiebung gilt für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte.
Im Übrigen bleiben die Bestimmungen der Düngeverordnung unberührt. Dies gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Boden auszubringen. Auch Vorgaben in Wasserschutzgebieten bleiben weiterhin gültig.
Ackerland
Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist, es kann jedoch auch eine Kultur sein, die vor dem 1. August gesät wurde und noch im Ansaatjahr geerntet wird (z. B. Ackergras nach Getreidevorfrucht).

Folgende Ausnahmen gibt es:

  • Zu Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter dürfen bis zu 30 kg Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis Ende September erfolgt.
  • Für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost ist die Sperrfrist nur von 15. Dezember bis zum 15. Januar. Die Grenze 30/60 gilt für diese Stoffe nicht.
  • Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31 Januar.
  • Mehrjähriger Feldfutterbau hat die gleiche Sperrfrist wie Grünland.
Grünland und mehrjähriger Feldfutterbau
Die Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt am 15. November 2017 und dauert auch bis einschließlich 14. Februar 2018. Die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau kann wieder um 2 Wochen verschoben werden, wenn die klimatischen Gegebenheiten das rechtfertigen und schädliche Gewässerverunreinigungen nicht zu erwarten sind. Die Vorgehensweise für die Verschiebung ändert sich nicht.

Zwischenfrucht

  • Für Zwischenfrüchte ist keine Bedarfsermittlung notwendig, es können die 30 kg Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff ausgebracht werden, je nachdem welche Grenze zuerst greift.
  • Die Düngung zur Zwischenfrucht muss der Etablierung der Kultur dienen, das heißt, eine organische Düngung soll vor der Saat eingearbeitet werden bzw. die Düngung soll unmittelbar nach der Saat erfolgen. Die Zwischenfrucht muss mit den praxisüblichen Saatmengen bestellt werden und mindestens 6 Wochen stehen.
  • Eine Untersaat darf nur gedüngt werden, wenn die Deckfrucht vor dem 15. September geerntet ist und die Untersaat eine ausreichende Bodenbedeckung aufweist.

Düngebedarfsermittlung

Vor dem Ausbringen von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff oder Phosphat ist der Düngebedarf ab 2018 pro Kultur und Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln. Entsprechende EDV-Programme stellt die LfL im Herbst/Winter 2017 zur Verfügung. Im Jahr 2017 muss die ausgebrachte Düngermenge dokumentiert werden, die als Grundlage für die Berechnung des Düngebedarfs 2018 dient (so z. B. die letzte Güllegabe nach dem letzten Schnitt bei Grünland oder die ausgebrachte Güllemenge zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht oder die Güllemengen zur überwinternden Zwischenfrucht).

Aufzeichnungs- und Meldepflichten bei Abgabe, Befördern und Aufnahme von Wirtschaftsdüngern

Durch die Vorgaben der neuen Düngeverordnung kommen mehr Betriebe in die Situation, Wirtschaftsdünger in größeren Mengen abzugeben bzw. aufzunehmen.
In vielen Fällen wird dann die "Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdüngern" (WDüngV) relevant, die bereits seit 2010 in Kraft ist und entsprechend beachtet werden muss.

Verordnung über das Inverkehrbringen von Wirtschaftsdünger - LfL Externer Link

Die aktuellen Informationen zur neuen Düngeverordnung erhalten Sie unter:

Ansprechpartner

Thomas Holschuh
AELF Karlstadt
Ringstraße 51
97753 Karlstadt
Telefon: +49 9353 7908 21
Fax: +49 9353 790879
E-Mail: poststelle@aelf-ka.bayern.de